Es geht bergauf!

Es geht bergauf!

Wenn am Samstag Sachsen-Anhalts Innen- und Sportminister Holger Stahlknecht auf dem Ilsenburger Marktplatz um 9.30 Uhr den Startschuss gibt, dann ist das eine Premiere: Die Deutsche Meisterschaft im Berglauf findet erstmals in Norddeutschland statt. Bislang haben sich Bayern und Baden-Württemberg die Organisation dieser Wettkämpfe geteilt. „Die Ausrichtung dieser Meisterschaft für den Deutschen Leichtathletikverband ist für uns als ältester Berglaufverein in Deutschland eine große Ehre“, sagt Andreas Kruse, der Vorsitzende des Brockenlaufvereins.

Was ist der Unterschied zwischen Brockenlauf und Berglauf? Während etwa Italiener und Engländer hoch- und runterrennen, geht ein Berglauf in Deutschland immer nur bergauf. Dabei werden auf einer eher kurzen Strecke viele Höhenmeter erklommen. Es muss also richtig steil werden. Im vergangenen Jahr waren es am Großen Arber in Bayern 850 Höhenmeter, die auf 13,8 Kilometern zu überwinden waren. Der Brocken ist noch steiler: Hier werden die Läufer 890 Höhenmeter auf nur 11,7 Kilometern schaffen müssen. Das Ziel liegt auf dem Brocken.

374 Läuferinnen und Läufer sind für die Berglaufmeisterschaft in Ilsenburg angemeldet. Unter ihnen sind auch der Deutsche Meister Maximilian Zeus, der für die LG Telis Finanz Regensburg antritt, und Titelverteidigerin Sarah Kistner vom MTV Kronberg. Aber auch der Harzer Berglaufstar Thomas Kühlmann vom NSV Wernigerode wird den Brocken hochflitzen – auch wenn er gerade in den letzten Zügen seiner Abschlussarbeit für sein Studium liegt.

Die Strecke führt im Wesentlichen auf dem beliebten Heinrich-Heine-Weg nach oben. Weil – anders als beim traditionellen Brockenlauf – aber an den Ilsefällen links der Ilse und oberhalb der Roten Brücke nach rechts in Richtung Stempels Buche gelaufen wird, wird es mächtig ruppig werden. Andererseits geht es den Hirtenstieg dann aber auch auf den Betonplatten des ehemaligen Kolonnenwegs hinauf. Wenn es nicht so steil wäre, könnte das ganz angenehm für die Läufer sein.

Ein kniffliges Problem mussten die Ausrichter vom Brockenlaufverein gemeinsam mit den Zeitnehmern der Firma Sportident lösen: Gegen 10.30 Uhr wird die Brockenbahn die Berglaufstrecke kreuzen. Das wird zwar die Top-Läufer nicht betreffen – die sind dann längst durch –, aber im mittleren Leistungsbereich könnten sich durch den Dampfzug die Platzierungen verschieben. Deshalb wird Sportident zwei Messstellen einfügen, die die Wartezeit am Zug für die Bergläufer herausrechnen.

Für die Läufer auf der DM-Strecke kommt die Brockenbahn dann noch mal ins Spiel. Während die Teilnehmer des um 9.55 Uhr gestarteten Brockenlaufs noch 14 Kilometer hinabrennen müssen, können sich die Bergläufer nach dem Zieleinlauf auf der Brockenkuppe mit einem der Züge hinunterfahren lassen – zumindest bis Drei Annen Hohne. Von dort aus geht es dann mit Bussen zurück nach Ilsenburg, wo in der Harzlandhalle eine warme Dusche auf sie wartet.

Leave a Reply

Your email address will not be published.